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Sams Lehrer

Meine Lehrer

Für einen jungen Menschen, ist es ein großes Privileg, einen geeigneten Mentor zu finden. Und ich fühle mich gesegnet, über die Jahre Anleitung von so außergewöhnlichen Lehrmeistern empfangen haben zu können.

Es kann einen Menschen Jahre kosten, einfache Anweisungen wie „Die rechte Schulter bleibt unten!“, zu meistern. Andere wie „Verlegenheit ist der Samen der Erleuchtung“, scheinen eine lebenslange Herausforderung zu sein.

Bei jedem meiner Lehrer stehe ich in einer Schuld, die nie direkt zurückerstattet werden kann. Indem ich aber auf dem Weg ihrer Weisheit gehe, kann ich hoffen, eine Art Ausgleich zu finden. Jeder Einzelne dieser Menschen hat mir etwas über seine Fähigkeiten hinaus gezeigt, über die düstere Eleganz im Herzen des Meisters und auch über das Finden von Balance, so dass weder etwas zu viel gesagt oder getan wurde, noch zu wenig, gerade in absoluter Vollkommenheit.

Meine hauptsächlichen Lehrer

Liang Shouyu

Shouyu Liang ist einer der am meisten vollendeten und progressivsten chinesischen Kampfkunstmeister der heutigen Zeit. In Westchina ist er eine wahre lebende Legende. Als ein vollendeter Ausbilder, ist er in den traditionellen und modernen Systemen der inneren und äußeren Kampfkünste und des Qigong höchstversiert. Ihm sind auf diesem Gebiet zahlreiche hoch anerkannte Publikationen zu verdanken.

Meister Liang ist einer der drei wichtigsten Lehrer in meinem Leben. So sollte ich 1989 sein erster anerkannter 'Tudi' (Schüler) werden, unter anderem Dank der Ermutigung Master Yang Jwing Mings, bei dem ich bereits in die Lehre ging. Meine erste Bekanntschaft mit Meister Liang machte ich 1985 als Mitglied des Canadian National Wushu Team. Meister Liang war Mannschaftstrainer während der ersten World Wushu Invitationals in Xian, China.

So brachte er mir in den letzten zwanzig Jahren unter anderem Qigong, Taijiquan, Xingyiquan, Baguazhang, Shaolinquan und den Kampf mit verschiedenen traditionellen Waffen bei. Ich habe Meister Liang auf vielen Reisen durch Kanada und die USA begleitet und bin mit ihm als Botschafter für Kampfkunst zweimal nach China gereist. Auf diesen Reisen konnte ich mit eigenen Augen die Hochachtung sehen, mit der er überall empfangen wurde, ganz gleich wohin er reiste.

Meister Liang ist eines der freundlichsten und geselligsten Wesen, die ich je getroffen habe. Sein Wissen, seine Fähigkeit und seine Kreativität überraschen mich immer wieder und spornen mich an. Es ist ein fortwährendes Geschenk, mit ihm verbunden zu sein.

Yang Jwing Ming

Für Dr. Yang Jwing Ming bedarf es keiner besonderen Einleitung, da er es war, der in eigener Redaktion die gesamten Termini für die chinesischen Kampfkünste neu geschrieben hat, die rund um den Globus studiert werden. Als Autor Dutzender, sehr gut recherchierter Aufsätze zu Kampfkünsten und Qigong bezogenen Themen, unterrichtete Meister Yang zehntausende Kursteilnehmer auf der ganzen Welt.

Für mich sticht Meister Yang Jwing Ming in erster Linie als unübertroffen erfahrener Praktiker heraus und ist ein weiterer meiner drei wichtigsten Lehrer. Ich traf Meister Yang 1986 und wurde 1988 inoffizieller, 1989 offizieller Tudi. Meister Yang verfügte über eine besondere Geschicklichkeit zum Erklären von Fertigkeiten und zwar in einer Weise, die mir sehr zugänglich war.

Obgleich ich nicht annähernd soviel Zeit oder Lehrstunden mit ihm verbracht habe wie mit Meister Liang oder Brien, so hat Meister Yang mir doch einen wesentlichen Teil dessen beigebracht, was ich heute weiß und unterrichte.

Zwischen den Jahren 1986 und 1994 nahm ich an jedem Turnier oder Wettkampf teil, zu dem auch Meister Yang kam, um seine Anweisungen zu erhalten. Viele Bereiche studierte ich am intensivsten mit ihm. So zum Beispiel Qigong und dessen Theorie, Qinna, Push Hands, Chan Si Jin und Schwertkampf. Während dieser Zeit wurde ich in einige Publikationen, wie Bücher und Videos zu den Themen von Xingyiquan und Baguazhang miteinbezogen, die von ihm und Meister Liang herausgegeben wurden.

Meister Yangs professionelle und wohlüberlegte Nähe zur Praxis, seine Fähigkeit, die allen Aspekten der Künste zu Grunde liegenden Gemeinsamkeiten wahrzunehmen und seine unglaubliche Gabe, auf den Kern eines Problems zu stoßen, um alsgleich eine geeignete Lösung zu finden, sind die Hauptfaktoren dessen, was mich zum dem Lehrer gemacht hat, der ich heute bin. Und ungeachtet dessen, wie nah oder fern ich von ihm bin, fährt er doch fort, mich auf allen Ebenen zu unterrichten.

Brien Gallagher

Nachdem Brien Gallagher in seiner Jugend von einem katholischen Priester das Boxen erlernte, begann er Mitte der fünfziger Jahre mit dem Kampfkunsttraining und erwarb schwarze Gürtel im Judo (4. Dan), in Kendo und Shotokan Karate. Er nahm an Judo- und Kendowettkämpfen auf nationaler, sowie an Karatewettkämpfen auf lokaler Ebene teil. Als eine Art von Physiotherapie, fing Brian 1965 unter der Anleitung von Meister Raymond Chung an, Tai Chi zu trainieren und ist der einzige Student überhaupt, der jemals Meister Chungs abschließendes Zeugnis erhalten hat. Brien studiert mittlerweile seit mehr als vierzig Jahren Kampfkünste.

Ich begann meine Lehre in den Kampfkünsten mit Brien im Juni 1980, wenige Tage nachdem ich die High School verlassen hatte. Ganze sieben Jahre währte meine Ausbildung mit diesem brillanten Lehrer, die sich schon bald mit den ersten Erfahrungen mit den Meistern Liang und Yang überdeckte. Ich trainierte vorwiegend Yang Stil Taijiquan und Judo, aber auch Chen, Fu Taijiquan und andere Kampfkünste wurden miteinbezogen. In all diesen Jahren betrug die Trainingszeit sechs Tage pro Woche. Die Sonntage waren einem privaten Training von fünf bis sieben Stunden gewidmet. Als ein Genius in Push Hands und kühner Analyst von Kämpfen, brachte mir Brien bei, wie man Fertigkeiten analysiert, um hier das Wesentliche zu finden. Er brachte mir das gesamte Curriculum des Yang Stil Taijiquan Yang bei, welches ich mich seither bemühte, zu vervollkommnen.

Obwohl Brien Gallagher in der nationalen und internationalen Kampfkunstgemeinschaft unbekannt ist, ist er einer der erfahrensten Kampfkünstler, die ich jemals getroffen habe und einer der bescheidensten. Als Brien für mich die Möglichkeit sah, mit Liang Shouyu zu studieren, den er sofort als Lehrer sehr hohen Ranges erkannte, riet er mir, geduldig zu sein und verwendete ein Jahr seiner Zeit, um mich für Meister Liang vorzubereiten. Ich kann mir keinen großzügigeren Lehrer und Mentor vorstellen.

Jou Tsung Hwa

Meister Jou, so wie ihn tausende von Menschen kannten, war ein vollendeter Spezialist, ein Bahnen brechender Autor und eine Quelle der Inspiration für unzählige Taijiquan- Enthusiasten. Seine drei Bücher, das Dao von Taijiquan, das Tao der Meditation und das Tao des I Ging wurden in vielen Sprachen veröffentlicht und weltweit gelesen. Er war ein wunderbarer Mathematiker, ein exzentrischer Millionär und ein Tai Chi- Fanatiker. Jou Tsung Hwa konnte jeden glauben machen, dass er ein Mitglied in einer wichtigen Gemeinschaft war.

Das erste Mal traf ich Meister Jou 1988 in Winchester (Virginia), wo ich den Grand Champion der U.S. All Taijiquan Championships gewann. Wir hatten sofort eine besondere Verbindung gespürt und begannen einen fortwährenden Dialog, der bis zu seinem tragischen Tod zehn Jahre später dauerte. Für einige Jahre, während des jährlichen Chang San-feng Festivals auf der Tai Chi Farm, (ein 108-Morgen großes landwirtschaftliches Gebiet, das Jou für die Förderung und das Studium von Taijiquan gekauft hatte), ließ Meister Jou mich die traditionelle Daoist -Zeremonie durchführen, durch die der Geist von Chang San-feng begrüßt wird. Meister Jou war der einzige Mensch, den ich gesehen habe, der meinen Kopf an eine obere Türschwelle schlagen konnte, indem er uprooting skill entwurzelndes Geschick benutzte.

Meister Jou glaubte stark an traditionelle Elemente in der Kunst wie die Kultivierung des Qi, das Verstärken von Dantian und das Streben nach geistiger Erleuchtung durch das Praktizieren von Taijiquan. Andererseits hielt er wenig von Definitionen von ‚Tradition’, die ihm unterlegen in ihrer Hingabe zur Form schienen. Eleganter Schelm, der er war, achtete er das selbständige Entdecken und Erforschen mehr als alles andere im Leben und machte keinen Hehl daraus, dass er seine Erfahrungen und seine Meinungen sogar mit den berühmtesten Meistern teilte. Jou Tsung Hwas Vorbild von Vertrauen, Neugier und Überzeugung hat einen großen Einfluss darauf gehabt, wie ich meinen eigenen unverwechselbaren Weg in der Kampfkunst bestimme und vervollkommne.

Yang Zhenduo & Yang Jun

Yang Zhenduo ist der jüngste Sohn von Yang Chengfu, einer der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Taijiquan. Er ist der wahrscheinlich anerkannteste in China lebende Meister unserer Zeit. Yang Zhenduo reiste um die Welt, um die Kunst seiner Familie zu zeigen. Bei jeder seiner Reisen, wurde Yang Zhenduo von seinem Enkel Yang Jun unterstützt, der, nachdem er seit seiner Jugend ein intensives und strenges Training erhielt, heute ebenso eine international anerkannte Person ist.

Ich traf Yang Zhenduo 1990 in Winchester (Virginia) auf seinem ersten Besuch in Nordamerika und hatte die wundervolle Gelegenheit, von ihm zu lernen und mit ihm zu sprechen. Unterstützt durch Yang Jun, lehrte Meister Yang ungefähr hundert Kursteilnehmern Bereiche des Yang Stil Taiji, Säbel- und Schwertkampf. 1993 kam er nach Maryland (USA), um einen weiteren Kurs anzubieten, den ich ebenso besuchte. Während dieses zweiten Workshops, wurde ich als Push Hands Partner für die Demonstrationen durch Meister Yang ausgewählt, und ich fühlte eine sehr klare Reinheit in seinen ‚Si Zheng' Push Hands, eine Fähigkeit, die ich selten bei anderen Lehrern oder Studenten entdecken konnte. 1994, nachdem ich China als Mitglied des North American Martial Arts Demo Team bereist hatte, fuhr ich nach Taiyuan, der Heimatstadt der Yangs, um gesonderten Unterricht zu erhalten und wurde als besonderer Gast eingeladen, an einem sieben Tage dauernden Kurs teil zu nehmen, der von Yang Zhenduo ausschließlich für die Lehrer angeboten wurde, die gebürtig in der Provinz Shanxi sind.

Yang Zhenduo ist ein wahrer Verfechter der Kunst seiner Familie und besitzt eine bemerkenswerte und staatsmännische Fähigkeit, die ihre Wurzeln in der Geschichte des Taijiquan trägt. Seine Bewegungen, seine Stärke, seine Art zu Sprechen und sein Benehmen sind eloquent und klar, und er scheint mit dem gleichen Sinn für Zweckmäßigkeit begabt, die seinen Vater, Großvater und Urgroßvater bereits motivierte.
Schon von Jugend auf von seinem Großvater trainiert, ist Yang Juns Taijiquan heute eines der klarsten und eloquentesten, die man auf der ganzen Welt finden kann. Ausgehend vom Beispiel der Yangs habe ich mich bemüht, meine eigenen Formen zu kontrollieren, um ebenso Reinheit und das Verstehen in der Bewegung zu erlangen.

Andere einflussreiche Meisterlehrer

Raymond Chung

Anfang 1985 erfuhr ich das Privileg, mit dem Sifu von Brien Gallagher privat zu studieren, mit dem Großmeister Raymond Chung (geb. 1913) der 1961 nach Kanada auswanderte.

Die Umstände für dieses Training ergaben sich daraus, dass ich für das Canadian National Wushu Team ausgewählt wurde und außerdem aus der Tatsache, dass ich Meister Chungs System in einem Push Hands – Wettbewerb zeigen konnte, der von den Mitgliedern der lokalen chinesischen Kampfkunstgemeinschaft organisiert wurde. Während dreier Wochen in 1985, korrigierte Meister Chung meine Praxis des gesamten Studienprogramms des Yang Stil des Taijiquan und gab mir einige essentielle Push Hands–Lektionen. Dies war meine einzige Studienzeit mit Meister Chung, doch sie beeinflusste mich sehr stark.

Besessen von einer ungewöhnlich weichen, und dennoch Energie geladenen Berührung, übertrifft Meister Chungs Push Hand alles, was ich bis heute in meinem Studium erfahren habe. Ein Weggefährte Yang Saochongs (Yang Sau-Chung, der älteste Sohn von Yang Chengfu) während der Zeit in der Kriegsakademie, nämlich Raymond Chung begann sein Taijiquan-Training 1935 und ist einer der wenigen Praktizierenden, der das komplette Curriculum des Yang Stil Taijiquan nach Nordamerika brachte. Er ist auch ein Experte in Wu und in den Sun Stilen des Taijiquan sowie des Baguazhang und des Xingyiquan. Trotz seines fortgeschrittenen Alters setzt Meister Chung seine Tai Chi Praxis fort.

Chen Xiaowang

Chen Xiaowang ist in der neunzehnten Generation Nachkomme von Chen Wangting, dem Schöpfer der Chen Boxkunst, die wir heute Taijiquan nennen. Derzeitig in Australien wohnend, ist Chen Xiaowang die wahrscheinlich führenste Kraft bei der Förderung des Chen Stil des Taijiquan.

1984 gaben Chen Xiaowang und Feng Zhiqiang ein Buch über den Chen Stil des Taijiquan heraus, und ich kann Stunden damit verbringen, die vielen Abbildungen zu betrachten, auf der Suche nach neuen Erkenntnissen über die Kunst. Ein Jahr später, 1985, traf ich Meister Chen in Xian auf der ersten World Wushu Invitationals. Er und Meister Liang waren alte Freunde aus den Wettkampfjahren und Meister Liang stellte uns einander vor. Ich war erstaunt von den Leistungen Chen Xiaowangs in der Demonstration des Meisters und schwor mir, eines Tages auch von ihm zu lernen. 1988 kam er nach Winchester (Virginia) als besonderer Gast von „A Taste of China“. Dies war sein erster Besuch in Nordamerika und er unterrichtete die Form Laojia (alte Art) Chen. Als ich in jenem Jahr der Chen Stil-Taijiquan-Meister in den Wettkämpfen war, verwendete Meister Chen mich für die meisten der Formen der Push Hands und für Anwendungsdemonstrationen. Diese waren unglaubliche Lektionen in Fragen von Energie. So wäre es für Chen Xiaowang ein Leichtes gewesen, einen Arm aus einer Gelenkpfanne zu reißen. Später, im Sommer, fuhr ich nach San Francisco, um wieder mit ihm zu studieren, und wieder war ich sein Demoassistent.

Obgleich mein Interesse am Chen Stil des Taijiquan niemals so groß war wie es mein Interesse an Yang gewesen ist, erhielt ich wertvolle Lektionen durch das Zusammentreffen mit Chen Xiaowang. Er gab mir eine andere Sichtweise auf die Kunst, als ich sie bisher von Brien und Meister Liang erfahren hatte und half mir noch mehr die Einzigartigkeit der Verwendung von Energie im Chen Stil des Taijiquan zu verstehen.

Men Huifeng

Men Huifeng, genannt die 'lebende Enzyklopädie', wurde dazu ausgewählt, einer der besten zehn Wushu Trainer ganz Chinas zu sein.

Als Schöpfer der Pekinger Kombinierten Form (48 Bewegungen), des Sun Stil - Nationalwettkampf Programms, des Taijiqiang (Stab) Wettkampfprogramms und vieler anderer, ist Men Huifeng einer der einflussreichsten Meister im heutigen China.

Obwohl er schon tausende von Kursteilnehmern hatte, habe ich bisher noch von niemandem gehört, der die gleiche Art von Unterrichtsstunden erhalten hätte, wie ich sie von ihm 1985 am Pekinger Institut für Körperkultur erhielt. Für eine Zeit von zwei Wochen erteilte mir Meister Men zwei Stunden täglich Privatunterricht in Bereichen der Push Hands. Dies war damals sehr selten, da die Regierung ein Moratorium aussprach, Ausländer in sämtlichen Kontakt – Kampfkünsten zu unterrichten. Aufgrund verschiedener Umstände war er bereit, mir Fähigkeiten beizubringen, die normalerweise nur fortgeschrittenen Studenten erteilt wurde. Als wir unser gemeinsames Training abschlossen, verlangte er von mir, zurück nach Nordamerika zu gehen und Push Hands zu unterrichten und die Kunst des Taijiquan zu fördern. Er zeigte mir Wege und Methoden, die ich seit nunmehr zwei Jahrzehnten weiter erforsche und entwickle.

Weitere Lehrer

Für kurze Zeitabschnitte erhielt ich Anleitung durch folgende Lehrer:
Fu Zhongwen, Wang Peisheng, Feng Zhiqiang, William C.c. Chen, Benjamin Niedrig, Abraham Liu, DanielSchutze, Mdme. Fu Shuyin, Weilun Huang, Mdme. Wang Jurong, Mdme. Er Weiqi.

Zeitgenossen, die mich beeinflusst haben

Nick Gracenin

Es gibt keinen anderen lebendigen nicht chinesischen Kampfkunst Praktiker der sich mit Nick Gracenin vergleichen ließe. Sein technisches Wissen, sein Wissen über Geschichte, Theorie und über die Essenz des Wushu ist unvergleichlich. Mehr als irgendeiner meiner Zeitgenossen hat Nick mir geholfen, die besondere Bedeutung dessen schätzen zu können, was ich im Kontakt mit meinen Lehrern erfahren habe.

Jeff Bolt

Jeff Bolt war mein Kampfkunstbruder unter Dr. Yang Jwing Ming. Jeff organisierte die ersten All-Chinese Stil Kampfkunst Events in den USA und wird als Vater der modernen Wushu-Wettkämpfe Nordamerikas angesehen. Wofür er leider weniger bekannt ist, ist seine enorme Kampfkunstfähigkeit. Er ist entspannt, schnell, fokussiert und hat eine erstaunliche Fußarbeit. Jeff hat mir einige Dinge in wenigen Momenten zeigen können, wofür ich Jahre Forschung betrieb.

Pat Rice

Wie Jeff Bolt war Pat Rice einer der Pioniere bei der Organisation von Turnieren speziell für chinesische Kampfkünstler. Pat Rice und Steve Rhodes erweiterten 1988 ihre jährlichen 'A Taste of China' Seminare zu einem Wettkampf, den sie ‚U.S. All Taijiquan Championships’ nannten. So gaben sie nicht nur den Thai Chi Teams die Möglichkeit sich zu messen, sondern dieses Ereignis brachte auch alle nordamerikanischen Meister des chinesischen Taijiquan sowie die hauptsächlichen Ausbilder aus China zusammen. Die Art und Weise, wie Pat Praktizierende aller Arten zusammengebracht hat, hat auf mich und mein Training einen großen Einfluss ausgeübt, indem ich mich für viele andere bedeutende Richtungen in der Kampfkunst geöffnet habe.

Andrea Falk

Andrea Falk war die erste kanadische Praktikerin in Taijiquan meiner Generation, die mich wirklich beeindruckt hat. Sie war die einzige nicht asiatische Goldmedaillengewinnerin im Wuhan International Taijiquan Austausch 1984. Ihr Name tauchte in Zeitschriften und in dem Film auf, der über diesen Austausch gedreht wurde. Wir fingen Mitte der 80iger Jahre an, uns immer wieder auf an nordamerikanischen Wettkämpfen zu begegnen und sie begann, Push Hands Workshops für mich an ihrer Schule in Montreal zu organisieren. Andrea stellte mir einige wichtige Konzepte des Baguazhang und des Xingyiquan vor. Sie ist auch heute noch ein engagierte Übersetzerin und Lehrerin des Neijiaquan.

Susanna De Rosa & Jay Dunbar

Susanna und Jay sind ältere Schüler des späten Jou Tsung Hwa. Gemeinsam halfen sie mir, differenzierte Konzepte in technischen und geistigen Aspekten Meister Jous einzigartiger Annäherung an Taijiquan zu verstehen und öffneten mir die Tür für mein Studium des I Ging. Ich betrachte sie beide als meine Lehrer.

Sidney Austin

Sidney war auch ein älterer Schüler von Meister Jou. 'Mister Austin’, wie ihn viele seiner Studenten nannten, stammt aus den rauen Brooklyner Straßen, aus der Nachbarschaft von Malcolm X und spendete während seiner Lebenszeit eine enorme Menge an seine Gemeinschaft. Er unterstützte meinen Unterricht viele Jahre lang in New Jersey, bevor er 1993 einem Gehirntumor erlag. Sidneys sehr intelligente Herangehensweise an Tai Chi und das Leben im Allgemeinen, gab mir eine andere und edlere Sicht auf unsere Welt, die mir oft auf meinen Reisen geholfen hat.

Gabby Herloff

Gabby Herloff wohnt und unterrichtet in Köln (Deutschland). Wir trafen uns 1985 im Pekinger Institut für Körperkultur, während ich Push Hands mit Men Huifeng studierte. Gabby studierte auch Taijiquan und wollte mehr über Push Hands erfahren. Im Sommer 1986 kam sie nach Vancouver, um mit mir zu studieren. Während dieser Zeit brachte sie mir die Pekinger Kombinierte Form (48 Bewegungen) bei, die sie von Men Huifeng im vorherigen Jahr erlernt hatte.

Dean Fogal

Dean Fogal und ich teilten uns in den Jahren 1985-1992 einen Unterrichtsraum in Vancouver. Er unterrichtete Körpertheater mit einem starken Hauptgewicht auf der Corporeal Pantomime-Technik von Etienne Decroux, mit welcher Dean in Paris in den siebziger Jahren studiert hatte. Obgleich Dean Fogal sich nie mit Kampfkünsten beschäftigte, wurde seine Methode des Unterrichtens von Decrouxs System der „Artikulation“ und sein eigener einzigartiger Blick auf den sich bewegenden Körpers, ein hauptsächlicher Faktor der Entwicklung meiner Art des Unterrichtens, aber auch meiner Kernregeln beim Aufbau meiner Lehrpläne.

Mein erster Lehrer
Tom Masich

Mein Vater war immer ein ungemein hart arbeitender Mann und vor allem ein willensstarker Kerl gewesen. Im Alter von 11 Jahren begann ich mit ihm auf Baustellen zu arbeiten und lernte so, sehr früh die Bedeutung von 'Gongli', der Macht des Trainings. Ebenso wie er Coach war, war er Tischler und verbrachte tausende von Stunden damit, die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt in Leichtathletik zu trainieren. Meine Brüder, meine Schwester und ich, wir waren alle in seinem Verein und er brachte uns bei, wie gut man im Sport ausgebildet werden kann, wie man Gewichte stemmt, und wie sehr man harte Arbeit genießen kann.

Mein Vater lehrte mich die Kampfkunst nie als solche, aber so lange ich mich erinnern kann, kämpften wir. Sehr oft rangen wir vier Geschwister mit unserem Vater im Wohnzimmer, bis entweder jemand schrie oder meine Mutter genug hatte und alle zur Ruhe brachte.

Dabei gingen schon mal Lampen zu Bruch, uns ging der Atem aus und wir verbrannten uns die Knie am Teppich, aber wir hatten immer eine Menge Spaß in diesen wenigen fünfzehn Minuten unserer ‚Hausschlachten’. Ich bin sicher, dass ein Teil des Grundes, warum ich mich später so gut im Judo und in Push Hands machte, der war, dass ich mich immer sehr wohl fühlte im Kontakt mit Menschen und bei Handgemengen. Etwas das ich von meinem ersten Lehrer lernte.