
Meine Lehrer
Für einen jungen Menschen, ist es ein großes Privileg, einen geeigneten
Mentor zu finden. Und ich fühle mich gesegnet, über die Jahre Anleitung
von so außergewöhnlichen Lehrmeistern empfangen haben zu können.
Es kann einen Menschen Jahre kosten, einfache Anweisungen wie „Die
rechte Schulter bleibt unten!“, zu meistern. Andere wie „Verlegenheit
ist der Samen der Erleuchtung“, scheinen eine lebenslange
Herausforderung zu sein.
Bei jedem meiner Lehrer stehe ich in einer Schuld, die nie direkt
zurückerstattet werden kann. Indem ich aber auf dem Weg ihrer Weisheit
gehe, kann ich hoffen, eine Art Ausgleich zu finden. Jeder Einzelne
dieser Menschen hat mir etwas über seine Fähigkeiten hinaus gezeigt,
über die düstere Eleganz im Herzen des Meisters und auch über das
Finden von Balance, so dass weder etwas zu viel gesagt oder getan
wurde, noch zu wenig, gerade in absoluter Vollkommenheit.
Meine hauptsächlichen Lehrer
Liang Shouyu
Shouyu Liang ist einer der am meisten vollendeten und progressivsten
chinesischen Kampfkunstmeister der heutigen Zeit. In Westchina ist er
eine wahre lebende Legende. Als ein vollendeter Ausbilder, ist er in
den traditionellen und modernen Systemen der inneren und äußeren
Kampfkünste und des Qigong höchstversiert. Ihm sind auf diesem Gebiet
zahlreiche hoch anerkannte Publikationen zu verdanken.
Meister Liang ist einer der drei wichtigsten Lehrer in meinem Leben. So
sollte ich 1989 sein erster anerkannter 'Tudi' (Schüler) werden, unter
anderem Dank der Ermutigung Master Yang Jwing Mings, bei dem ich
bereits in die Lehre ging. Meine erste Bekanntschaft mit Meister Liang
machte ich 1985 als Mitglied des Canadian National Wushu Team. Meister
Liang war Mannschaftstrainer während der ersten World Wushu
Invitationals in Xian, China.
So brachte er mir in den letzten zwanzig Jahren unter anderem Qigong,
Taijiquan, Xingyiquan, Baguazhang, Shaolinquan und den Kampf mit
verschiedenen traditionellen Waffen bei. Ich habe Meister Liang auf
vielen Reisen durch Kanada und die USA begleitet und bin mit ihm als
Botschafter für Kampfkunst zweimal nach China gereist. Auf diesen
Reisen konnte ich mit eigenen Augen die Hochachtung sehen, mit der er
überall empfangen wurde, ganz gleich wohin er reiste.
Meister Liang ist eines der freundlichsten und geselligsten Wesen, die
ich je getroffen habe. Sein Wissen, seine Fähigkeit und seine
Kreativität überraschen mich immer wieder und spornen mich an. Es ist
ein fortwährendes Geschenk, mit ihm verbunden zu sein.
Yang Jwing Ming
Für Dr. Yang Jwing Ming bedarf es keiner besonderen Einleitung, da er
es war, der in eigener Redaktion die gesamten Termini für die
chinesischen Kampfkünste neu geschrieben hat, die rund um den Globus
studiert werden. Als Autor Dutzender, sehr gut recherchierter Aufsätze
zu Kampfkünsten und Qigong bezogenen Themen, unterrichtete Meister Yang
zehntausende Kursteilnehmer auf der ganzen Welt.
Für mich sticht Meister Yang Jwing Ming in erster Linie als
unübertroffen erfahrener Praktiker heraus und ist ein weiterer meiner
drei wichtigsten Lehrer. Ich traf Meister Yang 1986 und wurde 1988
inoffizieller, 1989 offizieller Tudi. Meister Yang verfügte über eine
besondere Geschicklichkeit zum Erklären von Fertigkeiten und zwar in
einer Weise, die mir sehr zugänglich war.
Obgleich ich nicht annähernd soviel Zeit oder Lehrstunden mit ihm
verbracht habe wie mit Meister Liang oder Brien, so hat Meister Yang
mir doch einen wesentlichen Teil dessen beigebracht, was ich heute weiß
und unterrichte.
Zwischen den Jahren 1986 und 1994 nahm ich an jedem Turnier oder
Wettkampf teil, zu dem auch Meister Yang kam, um seine Anweisungen zu
erhalten. Viele Bereiche studierte ich am intensivsten mit ihm. So zum
Beispiel Qigong und dessen Theorie, Qinna, Push Hands, Chan Si Jin und
Schwertkampf. Während dieser Zeit wurde ich in einige Publikationen,
wie Bücher und Videos zu den Themen von Xingyiquan und Baguazhang
miteinbezogen, die von ihm und Meister Liang herausgegeben wurden.
Meister Yangs professionelle und wohlüberlegte Nähe zur Praxis, seine
Fähigkeit, die allen Aspekten der Künste zu Grunde liegenden
Gemeinsamkeiten wahrzunehmen und seine unglaubliche Gabe, auf den Kern
eines Problems zu stoßen, um alsgleich eine geeignete Lösung zu finden,
sind die Hauptfaktoren dessen, was mich zum dem Lehrer gemacht hat, der
ich heute bin. Und ungeachtet dessen, wie nah oder fern ich von ihm
bin, fährt er doch fort, mich auf allen Ebenen zu unterrichten.
Brien Gallagher
Nachdem Brien Gallagher in seiner Jugend von einem katholischen
Priester das Boxen erlernte, begann er Mitte der fünfziger Jahre mit
dem Kampfkunsttraining und erwarb schwarze Gürtel im Judo (4. Dan), in
Kendo und Shotokan Karate. Er nahm an Judo- und Kendowettkämpfen auf
nationaler, sowie an Karatewettkämpfen auf lokaler Ebene teil. Als eine
Art von Physiotherapie, fing Brian 1965 unter der Anleitung von Meister
Raymond Chung an, Tai Chi zu trainieren und ist der einzige Student
überhaupt, der jemals Meister Chungs abschließendes Zeugnis erhalten
hat. Brien studiert mittlerweile seit mehr als vierzig Jahren
Kampfkünste.
Ich begann meine Lehre in den Kampfkünsten mit Brien im Juni 1980,
wenige Tage nachdem ich die High School verlassen hatte. Ganze sieben
Jahre währte meine Ausbildung mit diesem brillanten Lehrer, die sich
schon bald mit den ersten Erfahrungen mit den Meistern Liang und Yang
überdeckte. Ich trainierte vorwiegend Yang Stil Taijiquan und Judo,
aber auch Chen, Fu Taijiquan und andere Kampfkünste wurden
miteinbezogen. In all diesen Jahren betrug die Trainingszeit sechs Tage
pro Woche. Die Sonntage waren einem privaten Training von fünf bis
sieben Stunden gewidmet. Als ein Genius in Push Hands und kühner
Analyst von Kämpfen, brachte mir Brien bei, wie man Fertigkeiten
analysiert, um hier das Wesentliche zu finden. Er brachte mir das
gesamte Curriculum des Yang Stil Taijiquan Yang bei, welches ich mich
seither bemühte, zu vervollkommnen.
Obwohl Brien Gallagher in der nationalen und internationalen
Kampfkunstgemeinschaft unbekannt ist, ist er einer der erfahrensten
Kampfkünstler, die ich jemals getroffen habe und einer der
bescheidensten. Als Brien für mich die Möglichkeit sah, mit Liang
Shouyu zu studieren, den er sofort als Lehrer sehr hohen Ranges
erkannte, riet er mir, geduldig zu sein und verwendete ein Jahr seiner
Zeit, um mich für Meister Liang vorzubereiten. Ich kann mir keinen
großzügigeren Lehrer und Mentor vorstellen.
Jou Tsung Hwa
Meister Jou, so wie ihn tausende von Menschen kannten, war ein
vollendeter Spezialist, ein Bahnen brechender Autor und eine Quelle der
Inspiration für unzählige Taijiquan- Enthusiasten. Seine drei Bücher,
das Dao von Taijiquan, das Tao der Meditation und das Tao des I Ging
wurden in vielen Sprachen veröffentlicht und weltweit gelesen. Er war
ein wunderbarer Mathematiker, ein exzentrischer Millionär und ein Tai
Chi- Fanatiker. Jou Tsung Hwa konnte jeden glauben machen, dass er ein
Mitglied in einer wichtigen Gemeinschaft war.
Das erste Mal traf ich Meister Jou 1988 in Winchester (Virginia), wo
ich den Grand Champion der U.S. All Taijiquan Championships gewann. Wir
hatten sofort eine besondere Verbindung gespürt und begannen einen
fortwährenden Dialog, der bis zu seinem tragischen Tod zehn Jahre
später dauerte. Für einige Jahre, während des jährlichen Chang San-feng
Festivals auf der Tai Chi Farm, (ein 108-Morgen großes
landwirtschaftliches Gebiet, das Jou für die Förderung und das Studium
von Taijiquan gekauft hatte), ließ Meister Jou mich die traditionelle
Daoist -Zeremonie durchführen, durch die der Geist von Chang San-feng
begrüßt wird. Meister Jou war der einzige Mensch, den ich gesehen habe,
der meinen Kopf an eine obere Türschwelle schlagen konnte, indem er
uprooting skill entwurzelndes Geschick benutzte.
Meister Jou glaubte stark an traditionelle Elemente in der Kunst wie
die Kultivierung des Qi, das Verstärken von Dantian und das Streben
nach geistiger Erleuchtung durch das Praktizieren von Taijiquan.
Andererseits hielt er wenig von Definitionen von ‚Tradition’, die ihm
unterlegen in ihrer Hingabe zur Form schienen. Eleganter Schelm, der er
war, achtete er das selbständige Entdecken und Erforschen mehr als
alles andere im Leben und machte keinen Hehl daraus, dass er seine
Erfahrungen und seine Meinungen sogar mit den berühmtesten Meistern
teilte. Jou Tsung Hwas Vorbild von Vertrauen, Neugier und Überzeugung
hat einen großen Einfluss darauf gehabt, wie ich meinen eigenen
unverwechselbaren Weg in der Kampfkunst bestimme und vervollkommne.
Yang Zhenduo & Yang Jun
Yang Zhenduo ist der jüngste Sohn von Yang Chengfu, einer der
einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Taijiquan. Er ist der
wahrscheinlich anerkannteste in China lebende Meister unserer Zeit.
Yang Zhenduo reiste um die Welt, um die Kunst seiner Familie zu zeigen.
Bei jeder seiner Reisen, wurde Yang Zhenduo von seinem Enkel Yang Jun
unterstützt, der, nachdem er seit seiner Jugend ein intensives und
strenges Training erhielt, heute ebenso eine international anerkannte
Person ist.
Ich traf Yang Zhenduo 1990 in Winchester (Virginia) auf seinem ersten
Besuch in Nordamerika und hatte die wundervolle Gelegenheit, von ihm zu
lernen und mit ihm zu sprechen. Unterstützt durch Yang Jun, lehrte
Meister Yang ungefähr hundert Kursteilnehmern Bereiche des Yang Stil
Taiji, Säbel- und Schwertkampf. 1993 kam er nach Maryland (USA), um
einen weiteren Kurs anzubieten, den ich ebenso besuchte. Während dieses
zweiten Workshops, wurde ich als Push Hands Partner für die
Demonstrationen durch Meister Yang ausgewählt, und ich fühlte eine sehr
klare Reinheit in seinen ‚Si Zheng' Push Hands, eine Fähigkeit, die ich
selten bei anderen Lehrern oder Studenten entdecken konnte. 1994,
nachdem ich China als Mitglied des North American Martial Arts Demo
Team bereist hatte, fuhr ich nach Taiyuan, der Heimatstadt der Yangs,
um gesonderten Unterricht zu erhalten und wurde als besonderer Gast
eingeladen, an einem sieben Tage dauernden Kurs teil zu nehmen, der von
Yang Zhenduo ausschließlich für die Lehrer angeboten wurde, die
gebürtig in der Provinz Shanxi sind.
Yang Zhenduo ist ein wahrer Verfechter der Kunst seiner Familie und
besitzt eine bemerkenswerte und staatsmännische Fähigkeit, die ihre
Wurzeln in der Geschichte des Taijiquan trägt. Seine Bewegungen, seine
Stärke, seine Art zu Sprechen und sein Benehmen sind eloquent und klar,
und er scheint mit dem gleichen Sinn für Zweckmäßigkeit begabt, die
seinen Vater, Großvater und Urgroßvater bereits motivierte.
Schon von Jugend auf von seinem Großvater trainiert, ist Yang Juns
Taijiquan heute eines der klarsten und eloquentesten, die man auf der
ganzen Welt finden kann. Ausgehend vom Beispiel der Yangs habe ich mich
bemüht, meine eigenen Formen zu kontrollieren, um ebenso Reinheit und
das Verstehen in der Bewegung zu erlangen.
Andere einflussreiche Meisterlehrer
Raymond Chung
Anfang 1985 erfuhr ich das Privileg, mit dem Sifu von Brien Gallagher
privat zu studieren, mit dem Großmeister Raymond Chung (geb. 1913) der 1961
nach Kanada auswanderte.
Die Umstände für dieses Training ergaben sich daraus, dass ich für das
Canadian National Wushu Team ausgewählt wurde und außerdem aus der
Tatsache, dass ich Meister Chungs System in einem Push Hands –
Wettbewerb zeigen konnte, der von den Mitgliedern der lokalen
chinesischen Kampfkunstgemeinschaft organisiert wurde. Während dreier
Wochen in 1985, korrigierte Meister Chung meine Praxis des gesamten
Studienprogramms des Yang Stil des Taijiquan und gab mir einige
essentielle Push Hands–Lektionen. Dies war meine einzige Studienzeit
mit Meister Chung, doch sie beeinflusste mich sehr stark.
Besessen von einer ungewöhnlich weichen, und dennoch Energie geladenen
Berührung, übertrifft Meister Chungs Push Hand alles, was ich bis heute
in meinem Studium erfahren habe. Ein Weggefährte Yang Saochongs (Yang
Sau-Chung, der älteste Sohn von Yang Chengfu) während der Zeit in der
Kriegsakademie, nämlich Raymond Chung begann sein Taijiquan-Training
1935 und ist einer der wenigen Praktizierenden, der das komplette
Curriculum des Yang Stil Taijiquan nach Nordamerika brachte. Er ist
auch ein Experte in Wu und in den Sun Stilen des Taijiquan sowie des
Baguazhang und des Xingyiquan. Trotz seines fortgeschrittenen Alters
setzt Meister Chung seine Tai Chi Praxis fort.
Chen Xiaowang
Chen Xiaowang ist in der neunzehnten Generation Nachkomme von Chen
Wangting, dem Schöpfer der Chen Boxkunst, die wir heute Taijiquan
nennen. Derzeitig in Australien wohnend, ist Chen Xiaowang die
wahrscheinlich führenste Kraft bei der Förderung des Chen Stil des
Taijiquan.
1984 gaben Chen Xiaowang und Feng Zhiqiang ein Buch über den Chen Stil
des Taijiquan heraus, und ich kann Stunden damit verbringen, die vielen
Abbildungen zu betrachten, auf der Suche nach neuen Erkenntnissen über
die Kunst. Ein Jahr später, 1985, traf ich Meister Chen in Xian auf der
ersten World Wushu Invitationals. Er und Meister Liang waren alte
Freunde aus den Wettkampfjahren und Meister Liang stellte uns einander
vor. Ich war erstaunt von den Leistungen Chen Xiaowangs in der
Demonstration des Meisters und schwor mir, eines Tages auch von ihm zu
lernen. 1988 kam er nach Winchester (Virginia) als besonderer Gast von
„A Taste of China“. Dies war sein erster Besuch in Nordamerika und er
unterrichtete die Form Laojia (alte Art) Chen. Als ich in jenem Jahr
der Chen Stil-Taijiquan-Meister in den Wettkämpfen war, verwendete
Meister Chen mich für die meisten der Formen der Push Hands und für
Anwendungsdemonstrationen. Diese waren unglaubliche Lektionen in Fragen
von Energie. So wäre es für Chen Xiaowang ein Leichtes gewesen, einen
Arm aus einer Gelenkpfanne zu reißen. Später, im Sommer, fuhr ich nach
San Francisco, um wieder mit ihm zu studieren, und wieder war ich sein
Demoassistent.
Obgleich mein Interesse am Chen Stil des Taijiquan niemals so groß war
wie es mein Interesse an Yang gewesen ist, erhielt ich wertvolle
Lektionen durch das Zusammentreffen mit Chen Xiaowang. Er gab mir eine
andere Sichtweise auf die Kunst, als ich sie bisher von Brien und
Meister Liang erfahren hatte und half mir noch mehr die Einzigartigkeit
der Verwendung von Energie im Chen Stil des Taijiquan zu verstehen.
Men Huifeng
Men Huifeng, genannt die 'lebende Enzyklopädie', wurde dazu ausgewählt, einer der besten zehn Wushu Trainer ganz Chinas zu sein.
Als Schöpfer der Pekinger Kombinierten Form (48 Bewegungen), des Sun
Stil - Nationalwettkampf Programms, des Taijiqiang (Stab)
Wettkampfprogramms und vieler anderer, ist Men Huifeng einer der
einflussreichsten Meister im heutigen China.
Obwohl er schon tausende von Kursteilnehmern hatte, habe ich bisher
noch von niemandem gehört, der die gleiche Art von Unterrichtsstunden
erhalten hätte, wie ich sie von ihm 1985 am Pekinger Institut für
Körperkultur erhielt. Für eine Zeit von zwei Wochen erteilte mir
Meister Men zwei Stunden täglich Privatunterricht in Bereichen der Push
Hands. Dies war damals sehr selten, da die Regierung ein Moratorium
aussprach, Ausländer in sämtlichen Kontakt – Kampfkünsten zu
unterrichten. Aufgrund verschiedener Umstände war er bereit, mir
Fähigkeiten beizubringen, die normalerweise nur fortgeschrittenen
Studenten erteilt wurde. Als wir unser gemeinsames Training
abschlossen, verlangte er von mir, zurück nach Nordamerika zu gehen und
Push Hands zu unterrichten und die Kunst des Taijiquan zu fördern. Er
zeigte mir Wege und Methoden, die ich seit nunmehr zwei Jahrzehnten
weiter erforsche und entwickle.
Weitere Lehrer
Für kurze Zeitabschnitte erhielt ich Anleitung durch folgende Lehrer:
Fu Zhongwen, Wang Peisheng, Feng Zhiqiang, William C.c. Chen, Benjamin
Niedrig, Abraham Liu, DanielSchutze, Mdme. Fu Shuyin, Weilun Huang,
Mdme. Wang Jurong, Mdme. Er Weiqi.
Zeitgenossen, die mich beeinflusst haben
Nick Gracenin
Es gibt keinen anderen lebendigen nicht chinesischen Kampfkunst
Praktiker der sich mit Nick Gracenin vergleichen ließe. Sein
technisches Wissen, sein Wissen über Geschichte, Theorie und über die
Essenz des Wushu ist unvergleichlich. Mehr als irgendeiner meiner
Zeitgenossen hat Nick mir geholfen, die besondere Bedeutung dessen
schätzen zu können, was ich im Kontakt mit meinen Lehrern erfahren habe.
Jeff Bolt
Jeff Bolt war mein Kampfkunstbruder unter Dr. Yang Jwing Ming. Jeff
organisierte die ersten All-Chinese Stil Kampfkunst Events in den USA
und wird als Vater der modernen Wushu-Wettkämpfe Nordamerikas
angesehen. Wofür er leider weniger bekannt ist, ist seine enorme
Kampfkunstfähigkeit. Er ist entspannt, schnell, fokussiert und hat eine
erstaunliche Fußarbeit. Jeff hat mir einige Dinge in wenigen Momenten
zeigen können, wofür ich Jahre Forschung betrieb.
Pat Rice
Wie Jeff Bolt war Pat Rice einer der Pioniere bei der Organisation von
Turnieren speziell für chinesische Kampfkünstler. Pat Rice und Steve
Rhodes erweiterten 1988 ihre jährlichen 'A Taste of China' Seminare zu
einem Wettkampf, den sie ‚U.S. All Taijiquan Championships’ nannten. So
gaben sie nicht nur den Thai Chi Teams die Möglichkeit sich zu messen,
sondern dieses Ereignis brachte auch alle nordamerikanischen Meister
des chinesischen Taijiquan sowie die hauptsächlichen Ausbilder aus
China zusammen. Die Art und Weise, wie Pat Praktizierende aller Arten
zusammengebracht hat, hat auf mich und mein Training einen großen
Einfluss ausgeübt, indem ich mich für viele andere bedeutende
Richtungen in der Kampfkunst geöffnet habe.
Andrea Falk
Andrea Falk war die erste kanadische Praktikerin in Taijiquan meiner
Generation, die mich wirklich beeindruckt hat. Sie war die einzige
nicht asiatische Goldmedaillengewinnerin im Wuhan International
Taijiquan Austausch 1984. Ihr Name tauchte in Zeitschriften und in dem
Film auf, der über diesen Austausch gedreht wurde. Wir fingen Mitte der
80iger Jahre an, uns immer wieder auf an nordamerikanischen Wettkämpfen
zu begegnen und sie begann, Push Hands Workshops für mich an ihrer
Schule in Montreal zu organisieren. Andrea stellte mir einige wichtige
Konzepte des Baguazhang und des Xingyiquan vor. Sie ist auch heute noch
ein engagierte Übersetzerin und Lehrerin des Neijiaquan.
Susanna De Rosa & Jay Dunbar
Susanna und Jay sind ältere Schüler des späten Jou Tsung Hwa. Gemeinsam
halfen sie mir, differenzierte Konzepte in technischen und geistigen
Aspekten Meister Jous einzigartiger Annäherung an Taijiquan zu
verstehen und öffneten mir die Tür für mein Studium des I Ging. Ich
betrachte sie beide als meine Lehrer.
Sidney Austin
Sidney war auch ein älterer Schüler von Meister Jou. 'Mister Austin’,
wie ihn viele seiner Studenten nannten, stammt aus den rauen Brooklyner
Straßen, aus der Nachbarschaft von Malcolm X und spendete während
seiner Lebenszeit eine enorme Menge an seine Gemeinschaft. Er
unterstützte meinen Unterricht viele Jahre lang in New Jersey, bevor er
1993 einem Gehirntumor erlag. Sidneys sehr intelligente
Herangehensweise an Tai Chi und das Leben im Allgemeinen, gab mir eine
andere und edlere Sicht auf unsere Welt, die mir oft auf meinen Reisen
geholfen hat.
Gabby Herloff
Gabby Herloff wohnt und unterrichtet in Köln (Deutschland). Wir trafen
uns 1985 im Pekinger Institut für Körperkultur, während ich Push Hands
mit Men Huifeng studierte. Gabby studierte auch Taijiquan und wollte
mehr über Push Hands erfahren. Im Sommer 1986 kam sie nach Vancouver,
um mit mir zu studieren. Während dieser Zeit brachte sie mir die
Pekinger Kombinierte Form (48 Bewegungen) bei, die sie von Men Huifeng
im vorherigen Jahr erlernt hatte.
Dean Fogal
Dean Fogal und ich teilten uns in den Jahren 1985-1992 einen
Unterrichtsraum in Vancouver. Er unterrichtete Körpertheater mit einem
starken Hauptgewicht auf der Corporeal Pantomime-Technik von Etienne
Decroux, mit welcher Dean in Paris in den siebziger Jahren studiert
hatte. Obgleich Dean Fogal sich nie mit Kampfkünsten beschäftigte,
wurde seine Methode des Unterrichtens von Decrouxs System der
„Artikulation“ und sein eigener einzigartiger Blick auf den sich
bewegenden Körpers, ein hauptsächlicher Faktor der Entwicklung meiner
Art des Unterrichtens, aber auch meiner Kernregeln beim Aufbau meiner
Lehrpläne.
Mein erster Lehrer
Tom Masich
Mein
Vater war immer ein ungemein hart arbeitender Mann und vor allem ein
willensstarker Kerl gewesen. Im Alter von 11 Jahren begann ich mit ihm
auf Baustellen zu arbeiten und lernte so, sehr früh die Bedeutung von
'Gongli', der Macht des Trainings. Ebenso wie er Coach war, war er
Tischler und verbrachte tausende von Stunden damit, die Kinder und
Jugendlichen in unserer Stadt in Leichtathletik zu trainieren. Meine
Brüder, meine Schwester und ich, wir waren alle in seinem Verein und er
brachte uns bei, wie gut man im Sport ausgebildet werden kann, wie man
Gewichte stemmt, und wie sehr man harte Arbeit genießen kann.
Mein Vater lehrte mich die Kampfkunst nie als solche, aber so lange ich
mich erinnern kann, kämpften wir. Sehr oft rangen wir vier Geschwister
mit unserem Vater im Wohnzimmer, bis entweder jemand schrie oder meine
Mutter genug hatte und alle zur Ruhe brachte.
Dabei gingen schon mal Lampen zu Bruch, uns ging der Atem aus und wir
verbrannten uns die Knie am Teppich, aber wir hatten immer eine Menge
Spaß in diesen wenigen fünfzehn Minuten unserer ‚Hausschlachten’. Ich
bin sicher, dass ein Teil des Grundes, warum ich mich später so gut im
Judo und in Push Hands machte, der war, dass ich mich immer sehr wohl
fühlte im Kontakt mit Menschen und bei Handgemengen. Etwas das ich von
meinem ersten Lehrer lernte.